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Reisen bildet und fördert das Verständnis für fremde Kulturen.
Dies jedenfalls machen einen Reiseführer glauben.
Doch stimmt dieses Bild noch in Zeiten des weltweiten Massentourismus? Kritiker beklagen schon lange, dass der Tourismus vor allem der Touristik-Industrie, nicht aber den Menschen in den betroffenen Ländern nützt. Je fremder uns die Kultur des Reiselandes ist und je näher man sich ökologisch sensiblen Gebieten nähert, umso größer ist die Gefahr, dass der Tourismus eher schadet. Die Branche selbst hebt dagegen die Schaffung neuer Arbeitsplätze und moderner Infrastruktur hervor und sieht sich selbst als Entwicklungsmotor für den Dienstleistungsbereich. So stehen Argumente einander gegenüber.

Als Alternative zu bisher verbreiteten Tourismusformen wird mehr und mehr die Idee des "nachhaltigen Tourismus" ins Spiel gebracht. Darunter ist Tourismus zu verstehen, der sozial gerecht, kulturell angepasst, ökologisch tragfähig und insbesondere für die ortsansässige Bevölkerung wirtschaftlich sinnvoll und ergiebig ist. Wer bewusst reist, kann einen ebenso umwelt- und sozialverträglichen wie erlebnisreichen Urlaub verbringen. Nachhaltiger Tourismus ist keine Erfindung um die Reiselust einzuschränken; der Begriff steht vielmehr für die Idee, bewusst und zugleich erlebnisreich zu verreisen. Sanfter Tourismus muss nicht Allgäu statt Amazonas oder Buxtehude statt Bali bedeuten. Doch allein wegen der Umweltbelastung durch den Flugverkehr kann man sich bei der Urlaubsplanung fragen, ob es nicht auch in Europa attraktive Ziele gibt und ob die Bahn für die Fahrt dorthin in Frage kommt.



All-inclusive-Angebote können von mehreren Seiten betrachtet werden: Sie erscheinen vielen Urlaubern einerseits praktisch und billig. Andererseits sollte man sich bewusst sein, dass sie für das Gastgeberland oft wenig gewinnbringend, sondern sogar schädlich sind, da sie die einheimische Bevölkerung meist zu einem erheblichen Teil von den Einnahmen aus dem Tourismus abschneiden. Bei der Auswahl der Ferien-Unterkunft können folgende Fragen leiten, da sie Rückschlüsse auf die Einbindung des Tourismus in die lokalen Wirtschaftskreisläufe am Ferienort geben:
  • Wie groß ist die Unterkunft und wie fügt sie sich ins Landschaftsbild ein?
  • Wer ist der Betreiber?
  • Gibt es dort Essen aus der Region?
  • Liegt das Haus innerhalb oder außerhalb eines Ortsverbandes?
  • Wie ist das Verhältnis von Bettenangebot zur Einwohnerzahl?
Wenn möglich sollten sich die Aktivitäten im Urlaub an die Bedingungen vor Ort anpassen. Ein bewässerungsintensiver Golfplatz passt nicht zur Wüste, Motocross-Touren sind hingegen sicher nicht der richtige Weg, um üppige Regenwälder, stille Moorlandschaften oder einsame Bergregionen zu erkunden und Skifahrten bei frühlingshaften Temperaturen haben einen schalen Beigeschmack, auch wenn Schneekanonen und Zement für 1a-Pistenverhältnisse sorgen.
Freizeit- und Urlaubsverkehre spielen beim zunehmenden Verkehrsaufkommen eine immer größere Rolle. Attraktive umweltschonende Angebote im Freizeitbereich und die Förderung von Tourismuszielen im Inland tragen zur Verkehrsvermeidung bei und sind besonders dann zu begrüßen, wenn sie die Nutzung umweltfreundlicher Verkehrsträger – wie Bahn und Fahrrad – hervorheben.



Tipps:
  • Vor allem Inlandflüge können durch Verlagerung auf die Bahn vermieden werden.
  • Wenn sich eine Flugreise nicht vermeiden lässt, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, den Klimaschaden zu kompensieren: zum Beispiel durch Einzahlung in Klimaschutzfonds, aus denen Klimaschutzprojekte in Ländern des Südens finanziert werden (z.B. www.atmosfair.com).
  • Möglichst keine All-inclusive-Angebote nutzen.
  • Darauf achten, wie und ob die Einbindung des Tourismus in die lokalen Wirtschaftskreisläufe am Ferienort gegeben ist.
  • Wenn möglich, sollten sich die Aktivitäten im Urlaub an die Bedingungen vor Ort anpassen.



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